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Archive für März 2005
Warum aufregen?
14.3.2005 von usch.
Wenn’s eins gibt, was ich nicht mag, dann ist es Entrüstung! Entrüstung ist für mich nicht mehr als das Eintreffen erwarteten Versagens und sich dann darüber aufregen. Entrüster machen das gerne, haben sie doch erst dann ein Podium, wenn sie sich über jemanden erheben können. Komisch - mir ist manchmal mancher Anlass sympatischer als die Entrüstung darüber. Ich entrüste mich am liebsten über Entrüstung. Deshalb liebe ich Leserbriefe, am besten ganze Seiten volll, denn die liebste aller Fragen ist mir diese: “Wie kann man sich denn darüber so aufregen?”.
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Tech söchn
11.3.2005 von usch.
Gerade räume ich die Küche aus, Sylvia kommt morgen aus dem Ski-Urlaub zurück.
Morgen um 9 kommt die Putzfrau, dann müssen alle Kinder aus dem Haus und die Hütte wird erst wieder betreten, wenn mein Schätzchen da ist. Hoffentlich stellt sich die Perle den gestiegenen Ansprüchen in der doch sehr angegriffen wirkenden Wohnstatt.
Egal uns ist es gut ergangen, wir hatten jede Mege Spaß und nur der Hund hatte Durchfall, was nichts mit Trennungsschmerz nach einer Woche ohne Frauchen zu tun hatte, sondern vielmehr mit den Hähnchenresten, die er sich aus dem Komposteimer geklaut hatte. Dass er dann unbedingt unter meinem Schreibtisch mit den Folgen seines Dünnflitzes kämpfen musste, fand ich persönlich jetzt weniger angenehm. Hauptsache, wir leben noch und man muss halt Opfer bringen.
Wofür? Für die Erleuchtung, die so ein freies und naturbelassenes Leben bringt. Wie gesagt: Ich räumte eben die Küche auf und wie ich so die Reste der Buchstabensuppe durch den Ausguss drücke entsteht ein Wirbel aus Nudel-Buchstaben, der etwa so aussah: , ssad ud omgren derwie da isbt - riw verssimen chid ehsr!! Und ich konnte es klar und deutlich lesen und hatte das gleiche erleuchtete Gefühl wie damals mit 16, als mir beim Lesen von Bölls “Ansichten eines Clowns” Schuppen von den Augen fielen, die sich in letzter Zeit wieder angesammelt hatten und mir den Blick trübten. Die Strohwitwerei hat also doch Vorteile.
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Blutrache
5.3.2005 von usch.
Die Zeit rennt dahin und es passieren soviele Dinge, die man aufschreiben sollte. Z.B. als der Ansbeinpinkler einem wieder ans Bein pinkeln wollte, oder Sonjas Verzicht auf Ihr Gästebuch - das waren schon Dinge, über die ich gerne geschrieben hätte. Aber letztendlich musste ich wieder der Zeit hinterherhetzen - denn ich hatte mal wieder keine. Dafür scheint der Ansbeinpinkler zu viel zu haben und auch die Leute, die aus Sonjas Gästebuch einen virtuellen Psychopatentreff machten, hatten definitiv zu viel Zeit. Heute nehm ich mir Zeit - ich hab alles erledigt, etwas Geld verdient, Sylvia ist im Urlaub. Jetzt wär Zeit für etwas Ruhe - und da hab ich sie plötzlich: die Zeit. Meine Güte, wo war sie gestern, als ich sie so dringend gebraucht hätte, wo war sie am Mittwoch, als ich Migräne bekam vor lauter Zeitlosigkeit? Komisch, wenn man so gar nix mit ihr anfangen kann, dann liegt sie da rum, die Zeit. Dann hat man sie im Überfluss. So ganz nebenbei würde ich gerne 1500 Festmeter Holz kaufen - hat einer eine Idee? Ach übrigens: In den nächsten Tagen schreibe ich hier eine unglaubliche Geschichte über Sex, Drogen und ägyptische Blutrache. Mal schauen, wie sich das auf die Besucherstatistik auswirkt.
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