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Archive für Juli 2005

Smalltalk

Ich hasse Smalltalk, ich hasse, es lustige Mützen aufgesetzt und Schnullerketten um den Hals gehangen zu bekommen. Steckt euch den Scheiß sonstwo hin, ich brauche das nicht. Ich hasse es auch zusehen zu müssen, wenn knapp 50-jährige Teenager anbaggern und wenn die Qualität eines Menschen a. darin bemessen wird, wieviel er vertragen kann, b. wieviele Runden er ausgegeben hat. Kurzum: Ich hasse öffentliche Veranstaltungen, weil sie letztendlich in der Rubrik “Panem et Circenses” den einzigen Zweck verfolgen, das Volk auf einer Zufriedenheitsebene einzulullen, die den Verantwortlichen wenig Arbeit macht. Ein paar Drogen, schummriges Licht, Lieder mit mehr Refrain als Text, ein paar Stehtische - das ist schnell gemacht und bringt mehr ein als Kunst & Kultur. Krakeelt so laut ihr wollt: DJ Ötzi wird niemals den Literaturnobelpreis kriegen. Anyway - Macht was ihr wollt, aber lasst mich damit in Ruh - setzt mit keine lustigen Hüte auf, macht euch selbst zum Kasper….

Erst mal verabschieden

Eins meiner Lebensprobleme ist, dass ich mich nie wirklich verabschiedet habe. Und wer sich nicht verabschiedet, der kann auch nicht wiederkommen. Gut, für den ein oder anderen Abschied ist noch früh genug…

Und RUNDSCHAU tschüß

Puh, bald ist der Juli vorbei und ich habe mich immer noch nicht wieder gemeldet. Ich war in Masuren, Janes ist an der Kunstakademie Düsseldorf angenommen und ich bin in Google mit so ziemlich allem auf 1. Seiten, was man sich nur vorstellen kann. Erstmals merke ich auch, dass man im Internet Geld verdienen kann. Ich habe erste konkrete Anfragen, z.B. soll ich eine Düsseldorfer Firma im Pagerank von Null nach oben bringen. Die Zahlen 500 Euro pro Punkt, den ich innerhalb eines Jahres erreiche.

Was war noch: Jo, RUNDSCHAU hat endlich dicht gemacht und zum allerersten Mal ist konkret aussagbar: Gut dass ich das sinkende Schiff vor 5 Jahren verlassen habe. Letztendlich ist es mir egal, weil ich nicht finde, dass die zuletzt eine gute Zeitung gemacht haben.

In Masuren war toll, weil ich finde, dass Polen derzeit ein Goldgräberland ist. Da lauern viel mehr Chancen als in der destruktiven Heimat. Gestern lange mit Ulli gsprochen. Er sitzt im Rollstuhl, blöde Sache, böde Krankheit - hoffentlich kommt er wieder auf die Beine.

Barrierefrei

Immer wieder werfen mir Leute vor, Internet sei nicht barrierefrei, alles viel zu kompliziert. Das hätte keine Zukunft so. Mich stört das nicht, genauso wie es die Bahn nicht stört, dass man von außen nicht sieht, welche Nummer ein Wagen hat und die im ICE ein Reservierungsanzeige-System entwickelt hat, das selbst promovierte Mathematiker vor Probleme stellt. Ich liebe Bahnfahren - es hält einen auch im Alter geistig mobil. Und kein Kerl ist ein echter Mann, wenn er nicht schon mal einem Fahrkartenautomat in letzter Sekunde doch noch das Ticket entrungen hat.

Armes Licht

Das Leben meißelt seine Falten in mein Gesicht - warum ich so pathetisch werde? Weil’s hart war die letzten Wochen. Dem Smily-Man war kurzfristig das Lachen vergangen. Zu viel Arbeit, zu wenig System bei zu viel Action. Das mir unbedingt der Bankdirektor sagen muss das etwas nicht stimmt, ist dann aber wirklich das einzige, was mich wirklich nachhaltig stört. Das arme Licht… However - macht euch keine Sorgen. Gab auch schöne Sachen die letzten Wochen: Meine Töchter werden immer hübscher, bei der Männersportwanderung habe ich auch eine Marke gesetzt, die ich mir selbst nicht zugetraut hätte. Ansonsten habe ich mächtig den Selbständigen-Blues. Neulich klagte ein Bekannter mir sein Leid - er hätte so scheißenviel zu tun im Job - viel mehr und viel stressiger als früher. Länger arbeiten als früher tut er nicht. Was ich dann nicht verstehe? Hat er früher weniger gemacht als er konnte oder macht er heute mehr als er muss? Und kann man sich das als Angestellter wirklich einteilen, wieviel man tut? Ich find’s auf jeden Fall lagsam nicht mehr witzig immer hart am Wind zu segeln, während es dem Skipper unten aus den Koje entgegenschallt: “Mein Gott bin ich urlaubsreif!”

Zusammenarbeit

Ich soll einen Kunden in Google voranbringen und muss dafür mit einer anderen Agentur zusammen arbeiten, die die Homepage des Kunden erstellt hat. meine Bitte an die Konkurrenz dies oder das andere vorzunehmen, damit die Seite besser indiziert wird, verpufft im beiderseitigen Ego. Das Menschen nicht für die Zusammenarbeit geboren sind ist mir ein Rätsel, seit ich denken kann.

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